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In der Jazz-Szene wird Ulita Knaus längst als Star gefeiert. 2009 gewann sie den renommierten Hamburger Jazzpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Kritik und Publikum liegen ihr zu Füßen. Doch die schöne Hamburger Sängerin ist keine, die sich auf ihren Lorbeeren ausruht. „Es ist alles im Fluss“, sagt sie. Und das ist gut so. Ulita Knaus hat sich ihre Neugier bewahrt, dieses Im-Herzen-Kind-sein. Nach vier hoch gelobten, englischsprachigen Alben beginnt sie das neue Jahrzehnt mit ihrem ersten deutschsprachigen Longplayer.
Doch der Reihe nach: Ulita Knaus kam als Tochter einer deutschen Auswandererfamilie zur Welt. Der Vater geboren in Bulgarien, die Mutter lebte in Venezuela. Die Wurzeln reichen mütterlicherseits in die Bukowina zurück, die Familie des Vaters kam zur Zeit Katharina der Großen aus Deutschland nach Russland. Ulita Knaus selbst wuchs in der Bundesrepublik auf. Der multikulturelle Hintergrund hat sie dabei von Kindheit an geprägt – lange bevor das Wort „multikulturell“ in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug hielt. Und in Salzgitter, wo die Familie Knaus bis heute lebt, herrschte ohnehin eine ganz andere Leitkultur.
„Zu Hause gab es rumänisches Essen oder Gerichte aus Österreich, Russland und Venezuela“, erinnert sie sich heute. Und auch die Musik im Hause Knaus samt serbischer Großmutter kam aus aller Herren Länder. Mit sechs Jahren erhielt die Tochter Klavierunterricht, der Vater, selbst klassisch ausgebildeter Sänger, führte sie in die Welt der Oper ein. Bereits als Kind komponierte sie Stücke auf dem Klavier, mit 15 folgten die ersten Popsongs. „Es war immer die schwarze Musik, die mich brennend interessiert hat“, so Ulita Knaus. „Gospel und Jazz, das war es, was ich machen wollte.“
Ulita Knaus experimentiert, gründet eine Band und veröffentlicht
schließlich 2002 ihr erstes eigenes Album: „Cuisa“ mit eigenen
Songs und einer kongenialen Coverversion von „Baby Love“, dem Rock-Klassiker
der Band Mother’s Finest. Die Kritik ist begeistert, und Ulita Knaus tritt
vor einer kleinen aber feinen, dabei ständig wachsenden Fangemeinde auf.
Zu den zahlreichen Konzerten im Rahmen von Tourneen und Festivals kommen drei
weitere Alben: „So Lost Like Peace“ (2004), „Sea Journey“
(2005) und kurz nach der Geburt ihres Sohnes „It’s The City“
(2007). Die Jazzmedien lieben sie. Endlich hat Deutschland eine große
Jazzsängerin! Doch 2010 wagt Ulita Knaus einen neuen Weg. Schließlich
hatte das Fachmagazin „Jazzthing“ sie im Zusammenhang mit „It’s
The City“ als Künstlerin bezeichnet, „die ihre Unberechenbarkeit
zunehmend als Vorteil begreift“.
„Tambor“ (2010) zeigt, wie unberechenbar sie wirklich ist. Ihr mittlerweile fünftes Album macht Ulita Knaus dabei nicht zur Renegatin des Jazz. Sie bleibt dieser Musik treu, doch sie öffnet weit die Tür zum Pop – für sich und ihr Publikum. Die subtile Grammatik des Jazz, seine Vielfalt der Harmonien, Taktarten und Phrasierungen treffen auf geschmeidige Melodien mit sanften Ohrwurmqualitäten und die tanzbaren rhythmischen Gepflogenheiten aus dem unendlichen Universum der Pop- und Weltmusik, von Reggae, Salsa und Flamenco bis Soul und Rock.
Man darf also gespannt sein, was als nächstes kommt...
(...) Solche Talente von internationalem Format wie Ulita Knaus (...) sind rar - pflegen wir sie, damit aus diesen Quellen weiterhin soviel Gutes sprudelt wie jetzt. Wer sich dem Timbre von Ulita Knaus´ Stimme, der Musik und den Texten von "It´s The City" überläßt (mein Tip: lassen sie sich einfach in die großartige Musik hineinfallen), gewinnt. (...) und man kommt nicht umhin, vor soviel lyrischer Qualität und der hohen Musikalität der schönen Künstlerin voller stiller Begeisterung den Hut zu ziehen.
Online Musik Magazin :: Mai 07
(...) Ein perfektes feature für eine längst unverwechselbare Stimme im wild wuchernden deutschen Sirenenwald, eine mit allen Wassern des modernen Unterhaltungsgeschäfts gewachsene Künstlerin, die ihre Unberechenbarkeit zunehmend als Vorteil begreift, (...) Ein Werk voller Seele und innerem Einverständnis.
Jazzthing :: Juni 07
(...) Zusammen mit ihrer eingespielten Band um Tastenmann Mischa Schumann ist ihr eine entspannte Platte zwischen Jazz und Soul gelungen. Die allesamt selbst geschriebenen Stücke atmen auch in den forscheren Tempi eine wohlige Lässigkeit. Und die warmen Klangfarben dieser Musik sorgen neben der bezaubernden Stimme von Ulita Knaus für echten Wohlfühl-Faktor beim Hören der zwölf Preziosen dieser Einspielung.
Jazzthetik :: Mai 07
| 20.01.2011 | Kiel:: Kulturforum |
| 22.01.2011 | Minden:: Jazzclub |
| 29.01.2011 | Münster:: Hot Jazz |
| 03.02.2011 | Lüneburg:: Rittersaal |
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